{"id":36,"date":"2024-10-17T09:20:09","date_gmt":"2024-10-17T09:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/?p=36"},"modified":"2025-05-27T20:44:43","modified_gmt":"2025-05-27T20:44:43","slug":"stapeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/2024\/10\/17\/stapeln\/","title":{"rendered":"Stapeln"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-x-large-font-size\"><strong>STAPELN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>13. Enquete vom 9. Oktober 2024<\/p>\n\n\n\n<p>Das&nbsp;<strong>Stapeln<\/strong>\/Staking&nbsp;ist \u00fcberall bei Spielen anzutreffen: Karten, Chips, Steine t\u00fcrmen sich auf, werden ab- und aufgehoben und fallen wieder um. Ein Stapel bringt <strong>Ordnung, \u00dcbersichtlichkeit und Repr\u00e4sentation<\/strong> mit sich. Ivo Herzl er\u00f6ffnet damit die zweite Staffel unserer ludolodischen Enquetes.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"842\" height=\"632\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_STAPELN-edited-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-152\" style=\"width:369px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_STAPELN-edited-1.png 842w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_STAPELN-edited-1-300x225.png 300w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_STAPELN-edited-1-768x576.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 842px) 100vw, 842px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\ud83d\udcda<\/strong><strong> Stapeln als elementare Kulturtechnik des Spielens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anhand einer kleinen Geschichte m\u00f6chte ich eine pers\u00f6nliche Erfahrung w\u00e4hrend meines Architekturstudiums schildern, wie ich die archaische Macht des Stapelns erfuhr. Ich war im Sommer auf einer griechischen Insel und entdeckte eine Art H\u00f6hle, die einmal eine antike Zisterne war. Dessen Boden war voll von Steinger\u00f6ll, und machte mich daran dort etwas aufzur\u00e4umen um mir dort einen Platz einzurichten. W\u00e4hrend dem Aufr\u00e4umen fing ich bald an die umliegenden Steine intuitiv in 3 verschiedene Richtungen zu werfen und zwar je nach Qualit\u00e4t dieser Steine: Gro\u00df, klein und flach. Doch aus dem Erkennen der verschiedenen Qualit\u00e4ten und dem <strong>Sammeln<\/strong> danach entwicklte sich spielerisch ein Konzept um das Alles wieder in eine neue Form <strong>zusammen zu setzen<\/strong>. Danach h\u00e4ufte ich zuerst die gro\u00dfen Steine auf, die ein Fundament von etwas werden sollten, das noch nicht klar war. Mit den flachen Steinen fing ich dann an diesen Haufen einzugrenzen und konnte dank ihrer inherenten Qualit\u00e4t der Flachheit anfangen sie <strong>geordnet<\/strong> und strukturiert zu <strong>stapeln<\/strong>. Ich baute einen Zylinder und f\u00fcllte ihn dann mit den kleinen Steinen aus. Eine hervor ragende stabile Feuerstelle war gebaut. Und aus dieser wilden H\u00f6hle war ein Tempel geworden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"379\" height=\"321\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_02.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-155\" style=\"width:455px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_02.png 379w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_02-300x254.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Damit war klar dass der <strong>Stapel<\/strong> ein h\u00f6heres Ordnungssystem darstellt als der Haufen, die von der Qualit\u00e4t der einzelnen Elemente abh\u00e4ngig war. Und w\u00e4hrend auch einige Tiere (z.\u202fB. Eichh\u00f6rnchen) h\u00e4ufig Haufen bilden, ist das <strong>gezielte Stapeln ein kultureller Akt des Menschen<\/strong>. Doch ab wann k\u00f6nnen wir einen Stapel bauen? Ist die Flachheit der einzelnen Teile wirklich Vorraussetzung daf\u00fcr? Nein, denn ein Stapel kann auch aus St\u00e4ben erstellt werden bzw. aus Staffeln. &#8220;Stab&#8221;, &#8220;Staffel&#8221;, &#8220;Stapel&#8221;, bzw. engl. &#8220;Staff&#8221;, &#8220;Stick&#8221; und &#8220;Stack&#8221;. Auch wenn die Worte \u00e4hnlich klingen, so sind die etymologischen Zusammenh\u00e4nge nicht ganz klar. Die funktionalen Zusammenh\u00e4nge k\u00f6nnen wir aber sehr wohl herstellen. Unsere archaischen Stapel waren wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit Holzstapel, lange bevor wir als Menschheit sesshaft wurden. Wir <strong>sammelten<\/strong> Holz um Feuer zu machen und wir stapelten es zur leichten Greifbarkeit. Wom\u00f6glich konnten wir es bald auch zu B\u00fcndeln <strong>binden<\/strong> um es zu transportieren, aber das ist ein anderer Erz\u00e4hlstrang.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"368\" height=\"201\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_03.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-156\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_03.png 368w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_03-300x164.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Eigenschaft eines Stapels ist eindeutig seine H\u00f6he, seine <strong>Vertikalit\u00e4t<\/strong>. Man ben\u00f6tigt mindestens zwei Objekte um eine Stapel erstellen zu k\u00f6nnen, und die Aufgabe besteht darin das eine \u00fcber dem anderen mit etwas Vorsicht zu <strong>platzieren<\/strong>. Wenn wir uns ins Bewusstein rufen, dass eine Flachheit in der Natur \u00e4u\u00dferst selten vorkommt, bilden flache Objekte eine eigene intrinsische Qualit\u00e4t und einen besonderen Wert, sowie einen h\u00f6heren Grad an Spielbarkeit bzw. Ludizit\u00e4t. Eine urspr\u00fcngliche spielerische Form wird somit das <strong>Balancieren<\/strong> von Objekten \u00fcbereinander sein, und das Stapeln eine ludifizierte und weiterentwickelte Form hiervon. Wir kennen den Flow und Fokus den wir sp\u00fcren wenn wir am Strand versuchen einen Stein \u00fcber dem Anderen zu stapeln und zu balancieren. Mit jedem erfolgreich gestapeltem Stein steigt auch die Schwierigkeit den n\u00e4chsten daruf zu bekommen, ohne zusammen zu brechen. Mit jedem Level steigt somit das Schwierigkeitslevel. Ein sehr archaisches Spiel. Der <strong>Reiz des Stapelns<\/strong> als spielerische Form liegt also auch im m\u00f6glichen Kollaps, und der Moment des Scheiterns ist essenzieller Teil der Spannung. Er motiviert auch im Lernprozess immer und immer wieder von vorne anzufangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"368\" height=\"441\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_04.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-157\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_04.png 368w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_04-250x300.png 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieses Balancier\/Stapel-Spiel hat keinen ordnenden Charackter sondern repr\u00e4sentativen. Wer kann mehr? Wer kann h\u00f6her? Wie lange h\u00e4lt dieser Turm? Wir befinden uns an der visuellen Repr\u00e4sentation von K\u00f6nnen und Macht. Der Ruhm mehr geben und machen zu k\u00f6nnen als Zeichen von sozialem Status ist ein archaisch kulturelles Spielziel, das Johan Huizinga mit den Beobachtungen des Potlatchs (Huizinga, 1936) unter nordamerikanischen Stammesgesellschaften beschrieben hat. Hier wird ein benachbarter Stamm zu opulenten Festlichkeiten eingeladen, das n\u00e4chstes Jahr mit noch gr\u00f6\u00dferen Festlichkeiten zu beantworten ist. Er beschriebt den Wahn, der manchmal zu beobachten war, sich hier gegenseitig st\u00e4ndig zu \u00fcbertrumpfen und sogar massenhaft Tiere zu opfern, die gar nicht verzehrt werden k\u00f6nnen, einfach um zu beweisen, dass es der Status hergibt. Es entzieht sich wirtschaftlichem Nutzen und es ist einer von Huizingas viel zitierten Beschreibungen seine Idee des Spiel-Elements von Kultur zu veranschaulichen. Um dem gesellschaftlichen Gesichtsverlust zu entgehen, gehen manche Mensche weite Wege dies sogar <strong>vorzut\u00e4uschen<\/strong>. Als Ausdruck f\u00fcr eine Person, die vorgibt mehr zu haben oder zu sein, kennen wir den Ausdruck des &#8220;Hochstaplers&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"364\" height=\"500\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_06.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-158\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_06.png 364w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_06-218x300.png 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieses Stapeln als Machtbeweis kennen wir im Englischen als &#8220;Staking&#8221;, als <strong>Einsatz<\/strong> den man gewillt ist zu verlieren. Die etymologische Wurzel scheint aus dem Alt-Englischen &#8220;staca&#8221; zu kommen, ein Stock der in die Erde geschlagen wurde um Gebiet zu markieren, und auch um somit etwas als Garantie zu belegen. Auch wenn das Wort \u00e4hnlich dem &#8220;Stacking&#8221;, also dem Stapeln ist, sind auch hier die etymologischen Zusammenh\u00e4nge nicht ganz klar. Aber im Pokern beispielsweise sehen wir den spielerisch-funktionalen Zusammenhang ganz klar. Wer im Spiel bleiben will muss mitziehen k\u00f6nnen und den gegnerischen Stapel zumindest angleichen oder \u00fcberbieten (bzw. \u00fcberstapeln oder -staken) k\u00f6nnen. An einem Stapeln mit identen Teilen gleicher Gr\u00f6\u00dfe &#8211; in diesem Fall Pokerchips &#8211; k\u00f6nnen wir leicht die Vergleichbarkeit ablesen indem beide nebeneinander gestellt werden. Dies geht nicht mit Haufen. Selbst wenn die einzelenen Elemente ident w\u00e4ren &#8211; wie zB. Orangen &#8211; so m\u00fcsste man dennoch jeden einzelnen Haufen durchz\u00e4hlen und einen neuen Haufen aus dem Haufen machen um die Anzahl vergleichen zu k\u00f6nnen. Dank Stapeln brauchen wir weder z\u00e4hlen, noch rechnen, sondern sehen auf einen Blick welcher gr\u00f6\u00dfer ist, oder ob beide gleich sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"380\" height=\"503\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_07.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-159\" style=\"width:341px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_07.png 380w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_07-227x300.png 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von einem Stapel kann ich nur oben abheben. Ein Element, zwei, oder so viele wie ich tragen kann. M\u00f6chte ich daraus ziehen droht der Kollaps. Wer aus einem Kartenstapel ziehen m\u00f6chte, verwandelt den Stapel in einen F\u00e4cher, wodurch die Ordnung von der vertikalen in die horizontale ver\u00e4ndert wird. Da nur das oberste Objekt eines Stapels direkt erreichbar ist, ist dieser \u2013 laut dem Bestseller <em>The life-changing magic of tidying up<\/em> (Kondo, 2011) \u2013 ein Unding in der Organisation. Ein Stapel aus T-Shirts wird dazu f\u00fchren, dass die untersten selten verwendet, und dadurch entwertet und gering gesch\u00e4tzt werden. Horizontalit\u00e4t ist in der Organistion viel dienlicher. B\u00fccher k\u00f6nnen leicht aus ein Regal gezogen werden und wieder an ihren Platz zur\u00fcck gestellt werden. Ein B\u00fccherstapel hingegen repr\u00e4sentiert was Alles gelesen wurde, und wie belesen, gebildet, intelligent man dadurch vorgibt zu sein. Ein Stapel dient sonst lediglich dem Verstauen, wesewegen es in der Logistik Anwendung findet. Kisten werden auf Palletten gestapelt und diese wiederum k\u00f6nnen im Hochregal gestapelt werden. Eine geschichtlich junge Entwicklung von praktisch hohem Wert, jedoch von scheinbar wenig von kulturellem.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"379\" height=\"515\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_01.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-154\" style=\"width:277px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_01.png 379w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_01-221x300.png 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der Fusion des Stapelns und dem <strong>Zusammensetzen<\/strong> schufen wir neue Zivilisationsstufen, denn ohne Stapeln, keine Mauern. Bevor wir also anfingen diese zu bauen, mussten wir also schon l\u00e4ngst das stapeln so weit kultiviert haben, dass wir uns auf die Suche nach flachen Steinen machten und selbst anfingen diese her zu stellen. Die Abgrenzung vom Stapeln zum <strong>Zusammensetzen<\/strong> liegt nun aber vor sobald einzelne Elemente zu einem Ganzen verschmelzen. Denn ein Stapel liegt nur mehr dann vor, wenn die einzelnen Elemente noch vorhanden und abhebbar sind. Unabh\u00e4ngig von praktischen Holzstapeln begeleitet uns das kulturelle Stapeln mit spielerischen Steint\u00fcrmen oder in Form von hohen Eins\u00e4tzen wohl also schon l\u00e4nger als die sesshafte Kultur. Das sich das Stapeln im kulturellen und spielerischen Sinn also auch in unserer Baukunst ausdr\u00fcckt ist daher nicht verwunderlich. Heutige Studien zeigen, dass ab einer gewissen H\u00f6he an Bauwerken kein Mehrwert an Fl\u00e4chenausnutzung ergibt und lediglich der Erschlie\u00dfung mit Treppenh\u00e4usern und Liftkernen dient. Dennoch stapeln wir Stockwerke und H\u00f6henmeter, um dem Status Ausdruck zu geben. Ein perfektes Beispiel sind die so genannten Geschlechtert\u00fcrme in mittelalterlichen Stadstaaten Europas, die von Handelsfamilien dominiert waren wie z.\u202fB. Bologna, Florenz und Genua. Diese T\u00fcrme dienten wohl lediglich der Demonstration von Familienstatus im Stadtbild \u2013 nicht der Raumnutzung. Wer am H\u00f6chsten bauen kann, verdient die meiste Anerkennung. Ein kurzer Blick in die Geschichte der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrme_von_Bologna\">T\u00fcrme Bolognas<\/a> sowie ein Anblick der schiefen T\u00fcrme Garisenda und Asinelli ist eine kurze Reise wert. Viele von ihnen sind im Laufe der Zeit zusammen gefallen oder wurden pr\u00e4ventive geschliffen, aber wie wir wissen ist kaum etwas so spektakul\u00e4r wie der Kollaps von T\u00fcrmen, wie die Terrorattacken auf die Twin Towers am 9.11.2001 der Welt gezeigt haben. Im Beisein einer menschlichen Katastrophe kam es zu einem Kollaps akkumlierter Finanzmacht und dem Statusverlust einer Weltmacht, die als unantastbar galt. Ein wahrer Ikonoklasmus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"739\" height=\"559\" src=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_05.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-160\" srcset=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_05.png 739w, https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/13_Stapeln_05-300x227.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 739px) 100vw, 739px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Stapel der spektakular im Kollaps endet, wurde im balancierten Steinstapel thematisiert. Doch beim Spielen mit Jenga (Hasbro, 1986) wurde das Konzept unseres urspr\u00fcnglichen, balancierten Steinstapels umgedreht. In dieser menschlichen Epoche ist Baumaterial schon l\u00e4ngst Usus. Man f\u00e4ngt mit einem Stapel an, der aus flachen St\u00e4ben &#8211; Staffeln &#8211; besteht, und zieht so lange bis eine Spielerin ihn zum Kollaps bringt. Und eines der erfolgreichsten fr\u00fchen digitalen Spiele, Tetris(Pajitnov, 1984)(Nintendo, 1989), lebt davon Stapel zu verhindern und durch das <strong>Zusammensetzen<\/strong> von kompletten Reihen Bl\u00f6cke zu l\u00f6schen. Man muss im Wettlauf gegen die <strong>Zeit<\/strong> so viel ordnen und Logistik betrieben, dass man statt einem Kollaps des Stapels versucht dem Erdr\u00fccken eines Stapels zu entweichen. W\u00e4hrend dessen t\u00fcrmt man einen virtuellen Stapel und <strong>sammelt<\/strong> <strong>Punkte<\/strong> um im Vergleich mit anderen die Highscores zu erklimmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen gefasst wird uns das Stapeln als Menschheit nicht so bald abhanden kommen, denn es ist als spielerischer und kultureller Akt ist wohl <strong>symbolisch \u00e4lter<\/strong> als dessen ordnender und konstruktiver Akt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Genannte Werke:<\/p>\n\n\n\n<p>Huizinga, J. (1955). <em>Homo ludens: A study of the play-element in culture<\/em> (R. F. C. Hull, Trans.). Beacon Press. <em>(Original work published 1938)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kondo, M. (2014). <em>The life-changing magic of tidying up: The Japanese art of decluttering and organizing<\/em> (C. Hirano, Trans.). Ten Speed Press. (Original work published 2011)<\/p>\n\n\n\n<p>Jenga (Hasbro, 1986)<\/p>\n\n\n\n<p>Tetris (Pajitnov, 1984)(Nintendo, 1989)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/STAPELN.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Embed of STAPELN.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-60b45ab3-df9c-4021-ab27-5474ec2ed801\" href=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/STAPELN.pdf\">STAPELN<\/a><a href=\"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/STAPELN.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-60b45ab3-df9c-4021-ab27-5474ec2ed801\">Download<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STAPELN 13. Enquete vom 9. Oktober 2024 Das&nbsp;Stapeln\/Staking&nbsp;ist \u00fcberall bei Spielen anzutreffen: Karten, Chips, Steine t\u00fcrmen sich auf, werden ab- und aufgehoben und fallen wieder um. Ein Stapel bringt Ordnung, \u00dcbersichtlichkeit und Repr\u00e4sentation mit sich. Ivo Herzl er\u00f6ffnet damit die zweite Staffel unserer ludolodischen Enquetes. \ud83d\udcda Stapeln als elementare Kulturtechnik des Spielens Anhand einer kleinen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":148,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6],"class_list":["post-36","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-stapeln"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":169,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions\/169"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ludology.uni-ak.ac.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}